In der Schiffbaukantine der Neptun-Werft wird von 36 Werftangehörigen die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) des VEB Schiffswerft „Neptun“ gegründet.
Vorsitzender wird der Kollege Völschow, Meister in der Schmiede.
Am Sonntag, dem 23. Mai, beginnt nach einem kurzen Meeting die Arbeit der Genossenschaftsmitglieder zum Bau ihrer künftigen Wohnungen. Drei im Krieg zerstörte Häuser in der Clementstraße 3 /4 und 5 sollen wieder aufgebaut werden. Einundzwanzig Wohnungen sollen bis zum Jahresende entstehen.
Eine harte Zeit für die AWG-Mitglieder. Jedes Mitglied soll 1000 Stunden am bzw. für den Bau leisten. Es fehlt an vielen Dingen. Als der Hochbau begann, muss das Baumaterial - sogar die schweren Deckenträger - mühsam in das erste Obergeschoss geschleppt werden.
Begriffe wie Feierabend und Freizeit wurden zu Fremdwörtern. Viele Mitglieder arbeiteten während ihres Jahresurlaubes in der Ziegelei, um das notwendige Baumaterial zu beschaffen.
Die Häuser können bezogen werden. ...
So liest sich das Tagebuch unserer Genossenschaft in den Tagen ihrer Entstehung. Ein anstrengender und mühevoller Start. Begleitet von den beiden wichtigsten Gedanken - Schaffung von benötigtem Wohnraum und die Belebung des Genossenschaftsgedankens.
Damals wie heute gilt, dass wirtschaftlich Schwächere eine gemeinsame große Kraft bilden. Auch in Zukunft bleiben wir unserem Grundsatz treu, das gemeinsames Handeln den Einzelnen stärktund unsere Genossenschaft dadurch an Stabilität gewinnt.
Zum Gedenken an die Taten und Ideale der Gründungsmitglieder wurde bei der Umbenennung die Beziehung zur Neptun-Werft besonders beachtet. Ausdruck dafür ist die Beibehaltung des Namens NEPTUN, um über diesen Werbeträger die Identifikation zum Hause Neptun bei unseren Mitgliedern zu fördern, ein enges Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln sowie das Image der Genossenschaft nach außen zu dokumentieren.
Getragen von ca. 2.500 eingetragenen Mitgliedern verwaltet unsere Genossenschaft ca. 2.500 Wohnungen in den Rostocker Stadtgebieten:
"AWG- Start mit Elan“ - so lautete die Schlagzeile eines alten Werftkuriers. So gehen wir auch heute mit Elan an die Realisierung unserer Aufgaben.
Die Modernisierung unseres Wohnungsbestandes hat die 80% Marke schon überschritten.
Gleichzeitig sorgen wir mit Grundrissänderungen und Wohnumfeldverbesserungen dafür, dass unsere Mitglieder sich wohl fühlen und in ihren Wohnungen alt werden können.
ZUHAUSE - SEIN... - Hat einen guten Namen - Wir kümmern uns.